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Bauprojekte
18.09.26

Richtfest in der Leibnizstraße 27 + 29 + 31

WBG-Gruppe setzt energetische Modernisierung auf der Hardhöhe konsequent fort

Klimaschutz im Gebäudebestand ist eine der zentralen Aufgaben der Wohnungswirtschaft. Die WBG-Gruppe arbeitet deshalb seit Jahren daran, ihren Wohnungsbestand Schritt für Schritt energetisch zu modernisieren und den Einsatz fossiler Energieträger konsequent zu reduzieren. Mit dem Richtfest in der Leibnizstraße 27 + 29 + 31 erreicht diese Arbeit auf der Hardhöhe einen weiteren wichtigen Meilenstein.

Die Hardhöhe bildet mit rund 1.260 Wohnungen der WBG und der König Ludwig Stiftung einen Schwerpunkt des Wohnungsbestands. Viele der Gebäude stammen aus den 1950er- und 1960er-Jahren und bieten entsprechend großes Potenzial für energetische Verbesserungen.

Seit dem Jahr 2007 modernisiert die WBG auf der Hardhöhe kontinuierlich ihren Bestand. Jahr für Jahr wurde ein weiterer Wohnblock umfassend saniert. Mit dem nun laufenden Projekt wird der letzte Häuserblock dieses Modernisierungsprogramms in der Leibnizstraße in Angriff genommen. Nach Abschluss der Arbeiten präsentiert sich damit der komplette Straßenzug Leibnizstraße energetisch und baulich erneuert.

Für die WBG-Gruppe ist dies weit mehr als eine optische Aufwertung des Quartiers: Die Modernisierung ist Teil des langfristigen Weges hin zu einem möglichst klimaneutralen Gebäudebestand.

„Bereits im Jahr 2020 und damit vor der Energiekrise und der Neufassung des Gebäudeenergiegesetzes, haben wir für die WBG-Gruppe festgelegt, bei Modernisierungen und Neubauten keine rein fossilen Heizungen mehr einzusetzen“
, erklärt Rolf Perlhofer, Geschäftsführer der WBG Fürth. „Die Leibnizstraße zeigt, wie wir diese Zielsetzung Schritt für Schritt in unserem Bestand umsetzen. Klimaschutz in der Wohnungswirtschaft ist eine langfristige Aufgabe und genau daran arbeiten wir kontinuierlich.“

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Mehr Klimaschutz und mehr Wohnraum auf gleicher Fläche

In der Leibnizstraße werden 22 bestehende Wohnungen umfassend energetisch modernisiert. Gleichzeitig wird das Gebäude um ein zusätzliches Geschoss in vorgefertigter Holzbauweise aufgestockt. Dadurch entstehen sechs neue Wohnungen.

Die Wohnfläche wächst um rund 427 Quadratmeter auf insgesamt 1.960 Quadratmeter – ohne zusätzliche Grundstücksfläche zu versiegeln.

Die Aufstockung verbindet damit zwei zentrale Ziele der WBG-Gruppe: die energetische Transformation des vorhandenen Gebäudebestands und die Schaffung zusätzlichen Wohnraums durch eine effiziente Nutzung bereits bebauter Flächen.

Ziel der Planung war von Beginn an, aus dem Bestandsgebäude ein möglichst klimafreundliches und zukunftsfähiges Wohngebäude zu machen. Ursprünglich war hierfür ein KfW-70-Standard vorgesehen. Im weiteren Planungsverlauf wurden die energetischen Anforderungen vor dem Hintergrund veränderter Förder- und Finanzierungsbedingungen nochmals überprüft. Das Ergebnis: Das Gebäude wird nun auf den höheren KfW-55-Standard gebracht.

„Unter den damaligen technischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen war KfW-70 für dieses Bestandsobjekt die aus unserer Sicht sinnvolle Lösung“, erläutert Rolf Perlhofer. „Durch die veränderten Förder- und Finanzierungsbedingungen lässt sich der KfW-55-Standard heute wirtschaftlich deutlich besser darstellen, darauf reagieren wir natürlich. Damit erhöhen wir die energetische Qualität des Gebäudes nochmals und reduzieren zugleich den CO₂-Ausstoß.“

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CO₂-Emissionen sinken deutlich

Die Wirkung der energetischen Modernisierung lässt sich konkret beziffern:

  • Endenergiebedarf vor Modernisierung: 273 kWh/m²a
  • Endenergiebedarf nach Modernisierung: 17,7 kWh/m²a
  • CO₂-Emissionen vor Modernisierung: 66,2 kg/m²a
  • CO₂-Emissionen nach Modernisierung: 10,0 kg/m²a

Damit sinken die rechnerischen CO₂-Emissionen des Gebäudes von 66,2 auf 10,0 Kilogramm pro Quadratmeter und Jahr – eine Reduzierung um rund 84 Prozent.

Ein wesentlicher Baustein dafür ist der Abschied von fossilen Einzelheizungen. Die bisherigen Gaseinzelöfen und Gasetagenheizungen werden durch eine zentrale Wärmepumpe ersetzt. Ergänzt wird das strombasierte Energiekonzept durch eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von rund 59 kWp und einem Mieterstrommodell. Auch Stellplätze für E-Mobilität werden im Zuge der Neugestaltung der Außenanlagen berücksichtigt.

Das Projekt macht zugleich deutlich: Auf dem Weg zu einem klimaneutralen Gebäudebestand reicht die energetische Modernisierung einzelner Gebäude allein langfristig nicht aus. Neben der Arbeit an den Gebäuden selbst braucht es eine entsprechende Energieinfrastruktur und einen weiteren Ausbau erneuerbarer Energien. Eine wichtige Rolle können dabei Wärmenetze mit einem hohen Anteil regenerativer Energie sowie eine stärkere Verknüpfung von Energie- und Wohnungswirtschaft spielen. Auch daran arbeitet die WBG Fürth derzeit für das Quartier Hardhöhe.

Bestand zukunftsfähig weiterentwickeln

Die Modernisierung umfasst neben dem neuen Energiekonzept zahlreiche weitere Maßnahmen. Dazu gehören der Austausch der Fenster, ein Vollwärmeschutz, die Erneuerung der Elektroinstallation, die Modernisierung der Bäder und Anpassungen der Grundrisse. Darüber hinaus werden Aufzüge und großzügige Balkone angebaut. Die Außenanlagen werden neu gestaltet.

Aufgrund des Umfangs der Arbeiten konnte die Modernisierung nicht im bewohnten Zustand erfolgen. Die notwendige Entmietung wurde deshalb in engem Austausch mit den betroffenen Mieterinnen und Mietern vorbereitet und umgesetzt. Allen betroffenen Haushalten wurde Ersatzwohnraum innerhalb des Bestands angeboten.

Mieterinnen und Mieter, die nach Abschluss der Modernisierung in ihre bisherige Wohnung zurückkehren möchten, erhalten die modernisierten Bestandswohnungen zu einer vergünstigten Miete von rund 7,95 Euro pro Quadratmeter.

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Eckdaten des Projekts Leibnizstraße 27 + 29 + 31

  • Energetische Modernisierung von 22 Bestandswohnungen
  • Schaffung von 6 zusätzlichen Wohnungen durch Aufstockung
  • Aufstockung in vorgefertigter Holzbauweise
  • Wohnflächenzuwachs um rund 427 m² auf insgesamt 1.960 m²
  • Energetischer Standard: KfW 55
  • Anbau von Aufzügen
  • Strombasiertes haustechnisches Konzept
  • Ersatz von Gaseinzelöfen und Gasetagenheizungen durch eine zentrale Wärmepumpe
  • Zentrale Warmwasserbereitung über Wärmepumpe
  • Photovoltaikanlage mit rund 59 kWp und Mieterstrommodell
  • Vollwärmeschutz und Austausch der Fenster
  • Modernisierung der Bäder und Anpassung der Grundrisse
  • Erneuerung der Elektroinstallation
  • Anbau großzügiger Balkone
  • Neugestaltung der Außenanlagen einschließlich Stellplätzen für E-Mobilität
  • Beginn der Entkernung: März 2026
  • Bezug der Wohnungen: Juni 2027
  • Baukosten: rund 5,0 Millionen Euro brutto

Mit dem Abschluss der Modernisierung setzt die WBG-Gruppe nicht nur einen weiteren Wohnblock instand. Sie vollendet die schrittweise energetische Erneuerung eines ganzen Straßenzugs und zeigt damit, wie die Transformation eines gewachsenen Wohnungsbestands hin zu mehr Klimaschutz über viele Jahre konsequent umgesetzt werden kann aber auch muss.

Titelbild

  • André Kotzerke (3. Person von links)
    Leitung kaufmännische Steuerung / Controlling
  • Michael Polster (4. Person von links)
    Projektleiter der WBG Fürth
  • Rolf Perlhofer (5. Person von links)
    Geschäftsführer der WBG Fürth