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Energieeffizienz
18.09.25

Erstes CO₂-neutrales Nahwärmenetz für die Hardhöhe

Mit einem zukunftsweisenden Projekt setzen die König Ludwig Stiftung, die Wohnungs­baugesellschaft der Stadt Fürth (WBG) und die infra fürth gmbh (infra) ein starkes Zeichen, um dem Klimawandel entgegen zu wirken und hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung: Im Teilbereich Hardhöhe Billinganlage wurde ein Nahwärmenetz („Inselnetz“), das vollständig mit erneuerbaren Energien betrieben und bilanziell CO₂-neutral sein wird, erstellt.

Ursprung in klimafreundlichem Neubauprojekt

Ausgangspunkt für die Idee war die Projektentwicklung der König Ludwig Stiftung, welche vollumfänglich von der WBG betreut wird, für den Neubau von 110 vollstationären Pflegeplätzen im Stillen Winkel 14. Der Neubau sollte die Anforderungen an ein klimafreundliches Gebäude (KFN) der Effizienzhaus-Stufe 40 stellen. Damit stößt das Gebäude im gesamten Lebenszyklus so wenig CO₂ aus, dass es die Kriterien des „Qualitätssiegels Nachhaltiges Gebäude Plus“ erfüllt und nicht mit fossilen Energien wie Öl oder Gas beheizt wird. Der Neubau wird im Frühjahr 2026 fertiggestellt.

Im ersten Schritt wird das Wärmenetz den Neubau im Stillen Winkel 14 mit 110 Pflegeplätzen versorgen. In weiteren Bauabschnitten entstehen zusätzlich rund 75 betreute Mietwohnungen, die ebenfalls angeschlossen werden. Mittelfristig können auch Bestandswohnungen der Stiftung im direkten Umfeld integriert werden – für eine nahezu klimaneutrale Wärmeversorgung der gesamten Siedlung. Dies wurde bei der Projektentwicklung von Anfang an mitgedacht.

Rolf Perlhofer, Vorstand der Stiftung und Geschäftsführer der WBG: „Wärmenetze sind ein zentraler Baustein für die Energiewende: Sie ermöglichen eine effiziente und klimafreundliche Wärme­versorgung, indem sie erneuerbare Energien bündeln und lokal nutzbar machen.“ und weiter: „Ein Anschluss an ein Wärmenetz ist meist deutlich klimafreundlicher und effizienter als viele individuelle Heizungsanlagen.“

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Kooperation mit infra

Für Planung, den Bau und den Betrieb des Wärmenetzes, schloss die WBG Fürth als Geschäftsbesorgerin der Stiftung eine Kooperation mit dem Schwesterunternehmen infra. Das Grundstück stellte die Stiftung zur Verfügung, es wurde ein 20-jähriger Miet- und Wärmelieferungs­vertrag abgeschlossen. Zudem übernahm die infra die gesamte Planung und Umsetzung des Nahwärmenetzes.

Marcus Steurer, Geschäftsführer der infra erklärt: „Wir freuen uns sehr, die König Ludwig Stiftung und die WBG bei diesem innovativen und zukunftsweisenden Projekt zu begleiten.“ und weiter: „Die Energieversorger allein können die ambitionierten Ziele flächendeckend nicht stemmen. Gerade deshalb leisten Insellösungen einen wichtigen Beitrag. Sie schaffen lokale Wertschöpfung und zeigen, wie Klimaneutralität in konkreten Quartieren realisiert werden kann.“

Versorgung mit 100 % erneuerbarer Energie

Die neue Pellet-Heizzentrale wurde von der Firma Fröling (Österreich) als Fertigmodul geliefert und umfasst zwei Pelletkessel mit je 250 kW Leistung. Damit können bis zu 500 kW bereitgestellt werden – genug, um theoretisch rund 50 freistehende Einfamilienhäuser zu versorgen. Eine Erweiterung ist jederzeit möglich. Die Anlage wird über eine Fernwirkanlage gesteuert und von der infra rund um die Uhr überwacht.

Die Wärmeversorgung ist nahezu ausfallsicher: Zwei Kessel mit eigener Pellet-Austragung sorgen für hohe Betriebssicherheit, zusätzlich stehen für den Notfall mobile Heizzentralen der infra bereit.

Die Anlage wird ausschließlich mit Holzpellets aus regionaler Produktion betrieben. Da Holz bei der Verbrennung nur so viel CO₂ freisetzt, wie es zuvor beim Wachstum gebunden hat, gilt der Betrieb als CO₂-neutral. Gegenüber der bisherigen Erdgasversorgung des ehemaligen Stiftungsaltenheims werden die Emissionen deutlich gesenkt.

Finanzierung und Förderung

Die Wärmenetz-Investition wird durch die infra finanziert. Zusätzlich leistete die König Ludwig Stiftung einen Baukostenzuschuss in Höhe von 200.000 Euro. Weitere 85.000 Euro stammen aus dem Förderprogramm „BioWärme Bayern“. Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf rund 450.000 Euro.

Titelbild | Von links nach rechts:

  • Rolf Perlhofer
    Geschäftsführer der WBG Fürth
  • Marcus Steurer
    Geschäftsführer der infra fürth gmbh