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Soziales
19.08.25

Eine Lösung für Mensch und Tier: WBG und Stadt setzen auf betreutes Taubenhaus

Die WBG Fürth hat gemeinsam mit der Stadt Fürth ein Pilotprojekt realisiert, das sowohl dem Tier- als auch dem Menschenschutz dient: In einem WBG-Objekt in der Gartenstraße, nahe dem Rathaus, wurde das erste betreute Taubenhaus der Innenstadt errichtet und geht nun in Betrieb.

Stadttauben gehören zum Stadtbild – doch ihre unkontrollierte Vermehrung, die Verschmutzung durch Kot und ihre Nähe zu belebten Wohn- und Geschäftsbereichen stellen viele Städte vor Herausforderungen. Auch die WBG Fürth als Vermieter steht immer wieder vor dem Problem der massiven Anwohnerbeschwerden. Nur bedingt konnte hier bisher mit klassischen Vergrämungsmaßnahmen geholfen werden, welche zudem optisch meist nicht ansprechend wirken. Gleichermaßen hat die Stadtverwaltung seit Jahren mit der zunehmenden Population zu kämpfen, setzt sich mit Beschwerden und Lösungen auseinander.

Auf Initiative einer Mitarbeiterin, der das Thema auch persönlich ein Anliegen ist, befasste sich die WBG Fürth ab Herbst 2024 mit der Thematik „Taubenhaus“. Im Rahmen dessen fanden Gespräche mit der Stadt Fürth statt, in deren Folge die Entscheidung getroffen wurde, das Modell eines betreuten Taubenhauses gemeinsam im Rahmen eines Pilotprojekts umzusetzen.

Ein betreutes Taubenhaus soll den Tieren künftig artgerechte Lebensbedingungen bieten und dient gleichzeitig der Regulierung der Population – ohne die teilweise auch tierschutzrechtlich problematische Vergrämung.

„Ich bin stolz, so engagierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an unserer Seite zu haben. Menschen, die mit Eigeninitiative und Überzeugungskraft neue Projekte und Ideen einbringen.“ Und weiter: „Sie setzen sich nicht nur für unsere Mieterinnen und Mieter und damit für unsere Kunden ein, sondern gestalten aktiv das Leben in unserer Stadt mit. Es freut uns immer, wenn wir Projekte mit und für unsere Stadt umsetzen können.“

Rolf Perlhofer, Geschäftsführer der WBG Fürth

Das Projekt: Zusammenarbeit, Engagement und Innovation

Das Konzept wurde in enger Abstimmung mit dem Amt für Umwelt, Ordnung und Verbraucherschutz sowie dem Amtstierarzt entwickelt. Bereits seit November 2024 wurden geeignete Standorte geprüft und Erfahrungen aus anderen Städten eingeholt. Die Wahl fiel schließlich im Mai 2025 auf einen ungenutzten Dachboden eines WBG-Wohngebäudes in der Gartenstraße.

Mit der Zimmerei Lehnert & Schmidt stand ein Partner für den Umbau bereit: Der Dachboden wurde mit Holzplatten verkleidet, mit Regalfächern für Nistplätze ausgestattet und die Gaube mit Einfluglöchern versehen. Wasserleitungen, Stromanschluss, Tränken, Futterspender und Reinigungsmaterialien sorgen für hygienische Standards. Die Stadttaubenhilfe Fürth wird das „Haus“ ehrenamtlich betreuen, regelmäßig reinigen und die Tiere versorgen.

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von links nach rechts: Sepp Körbl (Vorsitzender d. Aufsichtsrates WBG), Rolf Perlhofer (Geschäftsführer), Marco Schacha (techn. Mitarbeiter WBG), Karin Heffner (Soz. Päd. WBG), Petra Revé (Kundenbetreuung)

Kontrollierte Vermehrung statt Chaos

Das betreute Taubenhaus bietet Platz für rund 60 Tiere. Sie erhalten Futter, Wasser und Nistmöglichkeiten. Sobald ein Taubenpaar zu brüten beginnt, werden die Eier durch Gipsattrappen ersetzt – eine bewährte Methode, um die Population nachhaltig und tierschutzgerecht zu reduzieren.

Zur schnellen Besiedelung werden sogenannte Locktauben eingesetzt, die den anderen Tieren den Weg ins neue Zuhause zeigen. Die Stadttaubenhilfe dokumentiert dabei genau, wie viele Eier entnommen werden, wie viel Futter benötigt wird (eine Taube frisst täglich etwa 40–50 Gramm) und wie viel Kot anfällt – ein transparenter Ansatz zur Erfolgskontrolle.

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Mit großzügiger Unterstützung der Stadt

Die Stadt Fürth unterstützt das Projekt großzügig: Die Baukosten von 25.000 Euro sowie jährliche Unterhaltskosten von etwa 800 Euro werden übernommen. Sollte sich das Pilotprojekt bewähren – was Erfahrungen aus anderen Städten nahelegen –, ist eine Ausweitung auf weitere Stadtteile geplant.


Ein Gewinn für alle – auch für das Image der Tauben

Das neue Taubenhaus ist nicht nur ein Schritt in Richtung nachhaltiger Stadtentwicklung, sondern auch für den Tierschutz. Die betreute Unterbringung verbessert das Leben der Tauben, sorgt für weniger Verschmutzung und verringert Beschwerden in der Bevölkerung. Das Projekt leistet damit einen Beitrag zu einem sauberen, tierfreundlichen und lebenswerteren Fürth.